Bevor Romi zur Welt kam, standen Kreativität und Handwerk bereits im Zentrum dieser Familie.
Matthew ist ein talentierter Fotograf, seine Partnerin Sissel ist Möbeldesignerin. Gemeinsam begegnen sie sowohl ihrer Arbeit als auch der Elternschaft mit derselben Haltung: Unterstützung bedeutet nicht, etwas zu ersetzen – sondern Raum zu halten, damit es sich entfalten kann.
Mit Romis Geburt wurde diese Philosophie zur gelebten Erfahrung. Was sich in den Tagen und Wochen nach ihrer Ankunft entwickelte, veränderte ihr Verständnis davon, was Unterstützung wirklich bedeutet.
Wie war es für dich als Vater während der Geburt?
Matthew: „Ich habe mich gefragt: Was werde ich eigentlich konkret tun? Aber tatsächlich hatte ich drei Tage lang kaum Zeit zu essen oder zu schlafen. Es passierte so viel. Ich habe Sissel geholfen, sich zu bewegen, darauf geachtet, dass sie ausreichend Flüssigkeit bekommt, und versucht, Positionen zu finden, die für sie erträglich waren. Zwischen den Wehen schlief sie in der Badewanne, also musste ich sie über Wasser halten – sogar ihren Kopf –, damit sie nicht untertauchte. Am Ende war ich völlig erschöpft, aber es war jede Minute wert.“
Wie war der Moment, als ihr Romi zum ersten Mal gesehen habt?
Sissel: „Sie kam völlig mit Fruchtwasser bedeckt zur Welt, und die Sonne fiel durch die Jalousien. Es fühlte sich an, als würde ein völlig neuer Tag in meinem Leben beginnen. Zuerst dachte ich, sie sehe Matthews Mutter unglaublich ähnlich, und dann bemerkten wir, dass sie auch mir ähnelt. Die Geburt war intensiv, fast surreal – aber durchweg positiv. Im Grunde verlief alles genau so, wie ich es mir gewünscht hatte. Das war überwältigend schön.“
Wie habt ihr die ersten Wochen des Fütterns erlebt?
Matthew: „Wir haben mit Fingerfeeding begonnen, Triple Feeding praktiziert, so lange wie möglich gestillt, abgepumpt und anschließend über eine Sonde mit Formulanahrung ergänzt. Es war komplex und emotional herausfordernd. Während Sissel pumpte, hielt ich die Pumpe, überall waren Schläuche. Aber ich war von Anfang an aktiv eingebunden. Das hat mir das Gefühl gegeben, zutiefst verbunden zu sein.“
Habt ihr auch Flaschen verwendet?
Matthew: „Ja. Sissel stillt weiterhin, aber ich übernehme etwa 80 % der Flaschenmahlzeiten. Das gibt ihr die Möglichkeit, sich zu erholen und ihre Ressourcen wieder aufzufüllen. Gleichzeitig ist es meine Form der Bindung. Ich kann mit einer kleinen Tasche voller Wasser und Nahrung für ein paar Stunden unterwegs sein, ohne Sorge. Als Freiberufler leben wir flexibel – und dieses Modell passt perfekt zu uns.“
Wie hat das eure Bindung beeinflusst?
Matthew: „Am Anfang war alles überwältigend – Gewichtstabellen, Milliliterangaben, Fütterungsprotokolle. Als wir schließlich loslassen durften, wurde es leichter. Romi nahm gut zu und entwickelte sich prächtig. Von Beginn an am Füttern beteiligt zu sein, hat meine Bindung zu ihr intensiviert. Diese ersten Wochen waren unglaublich. Hautkontakt, Geruch, Geräusche – es ist eine zutiefst sensorische Erfahrung. Die Welt scheint stillzustehen. Es gibt nur uns drei.“
Wurde auch eure Familie einbezogen?
Sissel: „Das Füttern war nie ausschließlich unsere Angelegenheit. Großeltern, Geschwister und auch erweiterte Familienmitglieder wurden bewusst eingebunden. Besonders wenn Familie weit entfernt lebt, sind diese Momente von Nähe unbezahlbar. Zu sehen, wie andere eine Beziehung zu ihr aufbauen, war wunderschön.
‚Zu erleben, wie sich die zwei Menschen, die man am meisten liebt, so miteinander verbinden – das ist zutiefst berührend. Und ja‘ – (sie lacht) – ‚auf eine unerwartete Weise auch sinnlich. Den eigenen Partner fürsorglich, nährend und präsent zu sehen, ist kraftvoll – und unglaublich attraktiv.‘“
Was hast du bisher über das Vatersein gelernt?
Matthew: „Es geht um Präsenz. Während der Geburt da zu sein, in schlaflosen Nächten, bei jeder noch so chaotischen Mahlzeit – all das formt eure Beziehung. Frühe Beteiligung ist entscheidend, nicht nur emotional, sondern langfristig für die Bindung. Romi wachsen zu sehen und ihr Vertrauen zu spüren – selbst in kleinen Momenten wie beim Fläschchengeben oder Trösten – ist zutiefst bewegend. Es erinnert mich daran, dass Vaterschaft aktiv ist, liebevoll und von großer Bedeutung.“
Bei Caramma feiern wir die ersten Momente, die ersten Flaschen und die täglichen Rituale, die das Füttern zu einem gemeinsamen, bewussten Akt der Verbundenheit machen.
Matthews Geschichte zeigt: Vaterschaft ist keine passive Rolle – sondern eine aktive, liebevolle Präsenz, die ein ganzes Leben prägt.
